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Umschuldung: Wann lohnt es sich, bestehende Kredite zusammenzufassen?

Ein überzogenes Girokonto, eine Ratenfinanzierung im Elektronikmarkt und ein älterer Autokredit: Mehrere parallele Verbindlichkeiten belasten das monatliche Budget und kosten oft unnötig hohe Zinsen. Wir zeigen Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie prüfen, ob sich eine Umschuldung für Sie rechnet.

1. Bestandsaufnahme: Welche Kredite lassen sich umschulden?

Grundsätzlich können Sie nahezu jedes reguläre Verbraucherdarlehen jederzeit vorzeitig ablösen (§ 500 Abs. 2 BGB). Besonders hoch ist das Einsparpotenzial bei Dispositionskrediten (eingeräumte Kontoüberziehung) und revolvierenden Kreditkartensalden, da hier oft Sollzinsen zwischen 11 % und über 18 % p.a. anfallen und keinerlei Vorfälligkeitsentschädigung berechnet werden darf.

Bei bestehenden Ratenkrediten sollten Sie in Ihren Vertragsunterlagen oder im Online-Banking prüfen, wie hoch die aktuelle Restschuld, der effektive Jahreszins und die verbleibende Restlaufzeit sind.

  • Dispokredite und Rahmenkredite: jederzeit kostenfrei ablösbar
  • Ratenkredite und Ratenkäufe: jederzeit mit maximal 0,5 % bzw. 1,0 % Entschädigung ablösbar
  • Immobilienkredite mit Grundschuld: gesonderte Regeln zur Zinsbindung beachten

2. Die Rechnung: Zinsersparnis gegen Vorfälligkeitsentschädigung

Gemäß § 502 BGB darf Ihre bisherige Bank bei vorzeitiger Ablösung eines Ratenkredits höchstens 1,0 % des vorzeitig zurückgezahlten Betrags als Vorfälligkeitsentschädigung verlangen (bei einer Restlaufzeit von maximal 12 Monaten sogar nur 0,5 %). Bei einer Restschuld von 10.000 € entspricht dies maximal 100 €.

Demgegenüber steht die Zinsersparnis des neuen Kredits. Ist der effektive Jahreszins des neuen Umschuldungskredits bei gleicher Restlaufzeit beispielsweise um 2,5 Prozentpunkte günstiger, sparen Sie über 3 Jahre Restlaufzeit rund 400 € an Zinsen – abzüglich der 100 € Entschädigung verbleibt ein klarer Vorteil von rund 300 €.

3. Häufiger Fehler: Zu starke Streckung der Laufzeit

Viele Kreditnehmer nutzen eine Umschuldung, um die monatliche Rate durch eine deutliche Verlängerung der Laufzeit zu senken. Das verschafft zwar monatlich mehr Liquidität, führt aber dazu, dass Sie über viele zusätzliche Jahre Zinsen zahlen.

Wenn Ihr Budget es zulässt, sollten Sie die Laufzeit des neuen Kredits nicht länger wählen als die durchschnittliche Restlaufzeit Ihrer bisherigen Darlehen. So profitieren Sie maximal vom günstigeren Zinssatz.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Warum muss ich im Antrag zwingend „Umschuldung“ angeben?

Nur wenn die neue Bank weiß, dass mit dem Kredit bestehende Raten abgelöst werden, zieht sie die bisherigen Monatsraten in Ihrer Haushaltsrechnung nicht doppelt ab. Zudem verbessert die Zusammenfassung mehrerer Kleinkredite oft die interne Risikobewertung.

Wie erfahre ich den genauen Ablösebetrag meiner alten Bank?

Sie können bei Ihrer bisherigen Bank telefonisch oder schriftlich eine Ablösebescheinigung zu einem bestimmten Stichtag anfordern oder der neuen Bank eine Ablösevollmacht erteilen.

Verbessert eine Umschuldung meinen SCHUFA-Score?

Mittelfristig wirkt es sich meist positiv aus, wenn mehrere Kleinkredite, Ratenkäufe und überzogene Konten erledigt werden und stattdessen nur noch ein ordnungsgemäß bedienter Ratenkredit in der SCHUFA vermerkt ist.

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