Dispokredit in Ratenkredit umschulden: Ersparnis berechnen
Wer sein Girokonto dauerhaft überzieht, zahlt meist deutlich mehr Zinsen als bei einem Ratenkredit. Diese Anleitung zeigt, wie Sie die Ersparnis einer Umschuldung selbst berechnen, welche Konditionen Sie vergleichen sollten und wann der Dispo die bessere Wahl bleibt.
- Die Ersparnis ergibt sich aus der Differenz der Zinskosten, nicht aus der Differenz der Prozentsätze: Dispozinsen des letzten Jahres gegen Gesamtbetrag minus Nettodarlehensbetrag rechnen.
- Vergleichen Sie Angebote über den effektiven Jahreszins und holen Sie Konditionen über eine SCHUFA-neutrale Konditionenanfrage ein.
- Für kurzes Überziehen bleibt der Dispo oft günstiger; bei dauerhaft genutzter Kreditlinie wird die Umschuldung interessant.
- Senken oder kündigen Sie die Dispolinie direkt nach der Auszahlung, sonst drohen zwei Schulden parallel.
- Reicht das Budget dauerhaft nicht, hilft eine kostenfreie Schuldnerberatung über Kommune oder Verbraucherzentrale weiter, nicht ein zusätzlicher Kredit.
Dispokredit und Ratenkredit: Wo die Ersparnis überhaupt entsteht
Der Dispokredit ist eine eingeräumte Kreditlinie auf dem Girokonto. Er ist bequem, weil keine feste Rate fällig wird und jede Gutschrift das Minus automatisch verringert. Bezahlt wird diese Flexibilität mit einem variablen Sollzinssatz, der in der Regel deutlich über dem Zinssatz eines klassischen Ratenkredits liegt. Die Bank darf ihn an das Marktzinsniveau anpassen, ohne dass Sie dem zustimmen müssen.
Ein Ratenkredit funktioniert umgekehrt: gebundener Sollzinssatz, feste Monatsrate, feste Laufzeit. Der Nettodarlehensbetrag wird ausgezahlt, Sie gleichen damit das Girokonto aus und tilgen anschließend in gleichbleibenden Raten.
Die Ersparnis speist sich aus zwei Quellen. Die erste ist die Zinsdifferenz zwischen dem Dispozinssatz und dem effektiven Jahreszins des neuen Kredits. Die zweite ist der Tilgungsplan: Ein Dispo ohne festen Rückzahlungsplan bleibt häufig über Jahre stehen, während ein Ratenkredit zu einem festen Termin abbezahlt ist.
Bei den auf SimplyLoan vertretenen Partnern liegen die Sollzinssätze zwischen 3,99 % und 15,99 % pro Jahr, die Laufzeiten zwischen 1 und 10 Jahren und die Kreditbeträge zwischen 1.000 € und 100.000 €. Welchen Zinssatz Sie persönlich erhalten, ergibt sich erst aus der Bonitätsprüfung. Eine Zusage im Vorfeld gibt es nicht, und bei schwacher Bonität kann das Angebot am oberen Ende der Spanne liegen oder ganz ausbleiben.
So berechnen Sie Ihre Ersparnis in vier Schritten
Die Rechnung ist einfacher, als sie klingt. Sie brauchen dafür nur Ihren aktuellen Dispozinssatz, die durchschnittliche Höhe des Minus und einen Kreditrechner.
Wie stark der Zinssatz auf Rate und Zinskosten durchschlägt, zeigt die folgende Tabelle beispielhaft für einen Kredit über 15.000 € mit zehnjähriger Laufzeit. Zwischen dem niedrigsten und dem höchsten Sollzinssatz unserer Partner liegen dort mehrere Tausend Euro Zinskosten. Genau deshalb entscheidet nicht die Produktart, sondern der konkrete Zinssatz darüber, ob sich eine Umschuldung rechnet.
- Dispozinssatz feststellen: Er steht im Preis- und Leistungsverzeichnis Ihrer Bank, im Online-Banking und auf dem Kontoauszug, auf dem die Sollzinsen abgerechnet werden.
- Inanspruchnahme ermitteln: Schauen Sie sich die letzten sechs bis zwölf Monate an und notieren Sie, wie hoch das Minus im Durchschnitt war und ob es jemals vollständig verschwand.
- Ratenkredit durchrechnen: Setzen Sie im Kreditrechner den Nettodarlehensbetrag auf die abzulösende Summe und wählen Sie die kürzeste Laufzeit, deren Rate Sie dauerhaft tragen können. Der Gesamtbetrag minus Nettodarlehensbetrag ergibt die Zinskosten.
- Gegenrechnen: Vergleichen Sie diese Zinskosten mit den Zinsen, die der Dispo über den gleichen Zeitraum kostet. Die Differenz ist Ihre Ersparnis, nicht die Differenz der Prozentsätze.
| Sollzins p.a. | Monatsrate | Zinskosten | Effektivzins p.a. |
|---|---|---|---|
| 3,99 % (niedrigster Sollzins unserer Partner) | 152 € | 3 216 € | 4,06 % |
| 6,79 % (Zinssatz im repräsentativen Beispiel) | 173 € | 5 705 € | 7,01 % |
| 11,00 % | 207 € | 9 795 € | 11,57 % |
| 15,99 % (höchster Sollzins unserer Partner) | 251 € | 15 141 € | 17,22 % |
Wann die Umschuldung sinnvoll ist und wann der Dispo bleiben darf
Eine Umschuldung lohnt sich vor allem dann, wenn das Minus zum Dauerzustand geworden ist. Für ein kurzes Überziehen von wenigen Tagen oder Wochen bis zum nächsten Gehalt ist der Dispo oft die günstigere Lösung, weil Zinsen nur für die tatsächlich genutzte Summe und die tatsächliche Dauer anfallen.
Prüfen Sie außerdem, ob die neue Rate in Ihre Haushaltsrechnung passt. Banken rechnen Einnahmen und Ausgaben ohnehin gegen, bevor sie zusagen. Für Sie selbst ist die Frage noch wichtiger: Eine Rate, die nur in einem guten Monat funktioniert, führt schnell zurück ins Minus.
Zurückhaltend sollten Sie sein, wenn Sie die Laufzeit nur streckt, um die Rate zu senken. Ein niedriger Zinssatz über zehn Jahre kann in Summe teurer sein als ein etwas höherer über drei Jahre. Und wenn Ihnen schon heute nach Abzug aller Fixkosten nichts übrig bleibt, löst ein neuer Kredit das Problem nicht, sondern verschiebt es.
- Spricht für eine Umschuldung: dauerhaft genutzte Kreditlinie, ein klar niedrigerer effektiver Jahreszins, eine Rate mit Luft im Budget und der Wille, die Kreditlinie danach zu reduzieren.
- Spricht dagegen: kurzfristiges Überziehen, eine sehr lange Laufzeit allein zur Ratensenkung, ein Angebot am oberen Ende der Zinsspanne oder ein Haushalt, der schon ohne neue Rate nicht aufgeht.
Dispo, Kreditkarte und Ratenkauf zusammen bündeln
Häufig steht der Dispo nicht allein. Dazu kommen ein offener Kreditkartensaldo, ein Ratenkauf aus dem Onlinehandel und ein älterer Ratenkredit. Jede dieser Verbindlichkeiten hat einen eigenen Zinssatz, eine eigene Fälligkeit und einen eigenen Ansprechpartner.
Eine Umschuldung bündelt die Restschulden in einem Kredit mit einer Rate und einem Enddatum. Das folgende Rechenbeispiel zeigt, wie sich drei bestehende Verbindlichkeiten zu einem Umschuldungskredit über fünf Jahre zusammenfassen lassen und wie sich Rate und Zinssatz dabei verändern.
Wichtig ist, dass Sie für jede abzulösende Schuld den aktuellen Ablösebetrag bei der jeweiligen Bank oder dem Händler erfragen. Erst dann wissen Sie, welcher Nettodarlehensbetrag tatsächlich nötig ist. Viele Banken zahlen die Summe auf Wunsch direkt an die Altgläubiger aus, was Fehler und Verzögerungen vermeidet.
Im repräsentativen Beispiel unserer Partner kostet ein Kredit über 15.000 € mit 60 Monaten Laufzeit bei 6,79 % gebundenem Sollzinssatz und 6,99 % effektivem Jahreszins eine Monatsrate von 296 € bei einem Gesamtbetrag von 17.732 €. Das ist kein Angebot für Ihren Fall, zeigt aber, in welcher Größenordnung Rate und Gesamtbetrag bei einer mittleren Bonität liegen können.
| Kredit | Restschuld | Zinssatz | Monatsrate |
|---|---|---|---|
| Kreditkarte | 4 000 € | 14,90 % | 138 € |
| Ratenkredit | 9 500 € | 9,90 % | 240 € |
| Ratenkauf | 2 500 € | 15,90 % | 122 € |
| Umschuldungskredit (5 Jahre) | 16 000 € | 6,79 % | 315 € |
Umschuldung und Kredit vergleichen: Diese Konditionen entscheiden
Beim Vergleich zählt mehr als der beworbene Zinssatz. Prüfen Sie jedes Angebot anhand der europäischen Standardinformationen für Verbraucherkredite, die Sie vor Vertragsschluss erhalten. Dort stehen effektiver Jahreszins, Gesamtbetrag, Laufzeit und alle Nebenkosten verbindlich.
Achten Sie besonders auf die Flexibilität. Wenn Sie den Kredit schneller abbezahlen möchten, sollten Sondertilgungen kostenfrei möglich sein. Bei vorzeitiger vollständiger Rückzahlung darf die Bank eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen, die gesetzlich begrenzt ist. Ob und in welcher Höhe Ihre Bank sie berechnet, steht in den Vertragsbedingungen.
Eine Restschuldversicherung ist freiwillig. Sie erhöht die Kosten und wird nicht immer im effektiven Jahreszins abgebildet. Rechnen Sie das Angebot deshalb immer auch ohne Versicherung durch und entscheiden Sie erst danach, ob Sie den Schutz brauchen.
- Effektiver Jahreszins und Gesamtbetrag statt Sollzinssatz allein
- Bonitätsabhängige Zinsspanne: Welcher Zinssatz gilt für Ihre Bonitätsstufe, nicht nur der Werbezinssatz
- Laufzeit und Flexibilität: kostenfreie Sondertilgung, Ratenpause, Möglichkeit zur Ratenanpassung
- Vorfälligkeitsentschädigung bei vollständiger Rückzahlung
- Direktablösung: Zahlt die Bank an Altgläubiger oder an Sie aus
- Optionale Restschuldversicherung und ihre monatlichen Kosten
Schritt für Schritt: So läuft die Umschuldung ab
Der Ablauf ist bei den meisten Banken vergleichbar und dauert bei vollständigen Unterlagen wenige Tage. Entscheidend ist die Vorbereitung, denn fehlende Nachweise verzögern die Prüfung mehr als alles andere.
Nach Vertragsschluss haben Sie 14 Tage Widerrufsrecht. Diese Frist gibt Ihnen Zeit, das Angebot in Ruhe gegen die Alternative zu stellen, ohne sich unter Druck entscheiden zu müssen.
- Ablösebetrag des Dispos und aller weiteren Schulden bei der jeweiligen Bank erfragen
- Haushaltsrechnung aufstellen: Nettoeinkommen, Miete, Versicherungen, Mobilität, Lebenshaltung, bestehende Raten
- Unterlagen zusammenstellen: Ausweis, letzte Gehaltsabrechnungen, Kontoauszüge, bei Selbstständigen Steuerbescheide und Gewinnermittlungen
- Konditionen mehrerer Anbieter SCHUFA-neutral anfragen und über den effektiven Jahreszins vergleichen
- Antrag stellen, Identität per Video- oder Postident bestätigen, Vertrag digital signieren
- Nach Auszahlung Girokonto ausgleichen und die Dispolinie senken oder kündigen
Risiken, Grenzen und Alternativen zur Umschuldung
Das größte Risiko ist nicht der Kredit, sondern der wieder genutzte Dispo. Wer das Konto nach der Ablösung erneut überzieht, bedient plötzlich zwei Verbindlichkeiten. Deshalb gehört die Reduzierung oder Kündigung der Kreditlinie zum Umschuldungsplan dazu, idealerweise direkt nach der Auszahlung.
Rechnen Sie außerdem mit dem Zinseffekt der Laufzeit. Eine niedrigere Rate über mehr Jahre bedeutet in der Summe oft höhere Zinskosten, auch wenn der Zinssatz sinkt. Wählen Sie die Laufzeit so kurz wie möglich und so lang wie nötig, und nutzen Sie Sondertilgungen, wenn Sonderzahlungen hereinkommen.
Nicht jedes Minus muss umgeschuldet werden. Ein überschaubarer Betrag lässt sich häufig in einigen Monaten durch konsequente Tilgung abbauen, etwa über einen festen Dauerauftrag auf das Girokonto. Ein Haushaltsbuch über drei Monate zeigt dabei verlässlicher als jede Schätzung, welcher Betrag monatlich frei ist.
Wenn Sie den Dispo längere Zeit in erheblichem Umfang nutzen, muss Ihre Bank Ihnen nach § 504a BGB ein Beratungsgespräch zu kostengünstigeren Alternativen anbieten. Reichen Einnahmen und Ausgaben dauerhaft nicht zusammen, ist eine kostenfreie Schuldnerberatung über die Kommune oder die Verbraucherzentrale der richtige Weg, nicht ein weiterer Kredit. Sobald ein Rückstand aufgelaufen ist, zählt jede Woche.
Mittelfristig schützt nur ein Puffer vor dem nächsten Dispo. Ein bis zwei Netto-Monatsgehälter auf einem separaten Tagesgeldkonto fangen Autoreparatur, Nachzahlung oder Waschmaschine ab, ohne dass das Girokonto ins Minus rutscht. Baut man diesen Puffer parallel zur Kreditrate auf, verlängert sich die Entschuldung leicht, die Rückfallgefahr sinkt aber deutlich.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie viel spare ich, wenn ich den Dispokredit in einen Ratenkredit umschulde?
Das hängt von drei Größen ab: Ihrem Dispozinssatz, dem effektiven Jahreszins des neuen Kredits und der Laufzeit. Rechnen Sie die Sollzinsen, die Ihre Bank im letzten Jahr auf dem Kontoauszug abgerechnet hat, gegen die Zinskosten des Ratenkredits, also Gesamtbetrag minus Nettodarlehensbetrag. Nur diese Differenz ist Ihre Ersparnis. Die Spanne der Sollzinssätze bei unseren Partnern reicht von 3,99 % bis 15,99 % pro Jahr, Ihr Zinssatz ergibt sich aus der Bonitätsprüfung.
Lohnt sich eine Umschuldung auch bei kleinen Beträgen?
Bei einem Minus, das Sie in wenigen Wochen ausgleichen, ist der Dispo meist günstiger, weil Zinsen nur tageweise auf die genutzte Summe anfallen. Steht der Betrag dagegen seit Monaten und wächst, kann eine Umschuldung sinnvoll sein. Kredite sind bei unseren Partnern ab 1.000 € möglich. Prüfen Sie vorher, ob Sie den Betrag nicht in drei bis sechs Monaten durch einen festen Dauerauftrag selbst abbauen können, das ist in der Regel die günstigste Lösung.
Schadet eine Umschuldung meinem SCHUFA-Score?
Eine SCHUFA-neutrale Konditionenanfrage wird als Anfrage für Konditionen gespeichert, ist für andere Banken nicht sichtbar und beeinflusst den Score nicht. Erst der abgeschlossene Kreditvertrag wird als Vertragsinformation eingetragen. Das ist normal und kein negatives Merkmal. Wird durch die Umschuldung ein Dispo ausgeglichen und die Kreditlinie gesenkt, verändert sich Ihr Verschuldungsbild sogar in geordneter Richtung. Stellen Sie keine Serie echter Kreditanfragen bei mehreren Banken parallel.
Muss ich den Dispokredit nach der Umschuldung kündigen?
Rechtlich nicht, praktisch ist es die wichtigste Maßnahme. Bleibt die Linie in voller Höhe bestehen, ist die Versuchung groß, sie erneut zu nutzen, und Sie tragen dann zwei Verbindlichkeiten gleichzeitig. Üblich ist ein Mittelweg: die Linie auf einen kleinen Restbetrag senken, der Lastschriften abfedert, oder sie vollständig streichen. Die Reduzierung beantragen Sie bei Ihrer Bank, oft im Online-Banking oder mit einem kurzen Formular.
Kann ich den Umschuldungskredit vorzeitig zurückzahlen?
Ja, bei Verbraucherkrediten ist eine vorzeitige Rückzahlung jederzeit möglich. Die Bank darf dafür eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen, deren Höhe gesetzlich begrenzt ist; ob und in welchem Umfang sie berechnet wird, steht in Ihren Vertragsbedingungen und in den Standardinformationen. Viele Anbieter erlauben zusätzlich kostenfreie Sondertilgungen. Fragen Sie diesen Punkt vor Vertragsschluss ab, wenn Sie mit Bonus, Steuererstattung oder Abfindung rechnen.
Welche Laufzeit sollte ich für die Umschuldung wählen?
So kurz wie möglich und so lang, dass die Rate dauerhaft tragbar bleibt. Bei unseren Partnern sind Laufzeiten von 1 bis 10 Jahren üblich. Eine lange Laufzeit senkt die Monatsrate, erhöht aber die Zinskosten insgesamt deutlich. Rechnen Sie zwei oder drei Varianten im Kreditrechner durch und vergleichen Sie jeweils den Gesamtbetrag. Planen Sie bei der Rate einen Puffer für unvorhergesehene Ausgaben ein, statt das Budget bis auf den letzten Euro auszureizen.
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